Kulturelle Teilhabe im MAKK
Das MAKK praktiziert gemäß seinem Leitbild ein pluralistisches Kulturverständnis auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, um somit die gesamte Vielfalt der Stadtgesellschaft abzubilden, ein vielfältiges Publikum zu erreichen und unterrepräsentierte Gruppen und Perspektiven der Gesellschaft zu berücksichtigen.
Ein wichtiges Anliegen ist für uns zudem die Stärkung der Präsenz von Künstlerinnen und Gestalterinnen in unseren Ausstellungen und Sammlungen. Mit Präsentationen wie „Von Louise Bourgeois bis Yoko Ono. Schmuck von Künstlerinnen“ stärken wir den gezielten Fokus auf weibliche Perspektiven, und durch gezielte Ankäufe stärken wir die Präsenz von Werken weiblicher Positionen nachhaltig in unserer Sammlung. Ebenso leben wir die Prinzipien der Gleichstellung in unserem Museumsteam. Ziel des MAKK ist es, Teilhabe durch innovative und relevante Projekte zu ermöglichen, die langfristig als Standards und fester Bestandteil in unsere Museumsarbeit implementiert, strategisch weiterentwickelt und ausgebaut werden. Unsere Alleinstellung in diesem Bereich sind Innovation und inhaltliche Relevanz mit einem Fokus auf die Themen Kreativität und Nachhaltigkeit.
Abbau von Barrieren – Vielfalt durch Programm, kulturelle Bildung und Kooperation
Wir verstehen Barrieren nicht nur als Hindernisse im Bereich der Mobilität, sondern wirken ihnen auch in Bereichen der sozialen und digitalen Teilhabe, der Kommunikation und Sensorik entgegen.
Digitalität
Das MAKK strebt gezielt einen Abbau von Barrieren durch einen Ausbau der digitalen Präsenz in der Museumsarbeit und der Angebotsgestaltung an.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Digitalstrategie ist die Website des MAKK mit innovativen Open Source-Tools zum Mitgestalten und einer Online-Collection.
Im Bereich „Motive zum Gestalten“ können Besucher*innen Motive aus den Sammlungen des MAKK als Bilddateien kostenfrei herunterladen und angeleitet durch Tutorials zum kreativen Gestalten nutzen. Dabei ermöglichen Creative Common Lizenzen der Bilddateien die private und kommerzielle Nutzung sowie die Veränderung der Motive im Rahmen einer eigenen kreativen Gestaltung.
Die Online-Collection des MAKK mit spannenden vertiefenden Inhalten und detailreichen Bildern bietet einen barrierearmen Zugang zur transparenten Wissensvermittlung unter anderem mit Bild-Lupe. Ein barrierefreier Zugang zur Online-Collection erfolgt zum Beispiel über QR-Codes in den Ausstellungen.
Die Website des MAKK wurde nach den BITV-Anforderungen der Stadt Köln entwickelt und enthält alle üblichen barrierefreien Tools (Größe, Vorlesefunktion, Lupe) sowie einen Willkommenstext in Leichter Sprache.
Speziell für unsere Sammlungspräsentation „Kunst + Design im Dialog“ steht eine kostenfreie APP bzw. ein Audioguide mit Audiodeskriptionen für Menschen mit Sehbehinderung, in Lautsprache sowie in leichter Sprache zur Verfügung. Ebenfalls integriert sind Hörspiele für Kinder.
Zusätzlich bieten wir Online-Vorträge und als Alternative im Falle fehlender Internetnutzung Telefonführungen „Bei Anruf Kultur“ an.
Die genannten digitalen Angebote sind durchweg kostenlos, womit das MAKK auch ökonomisch benachteiligten Menschen Teilhabe ermöglicht.
Kooperationen zur Förderung von Teilhabe
Um programmatisch verstärkt unterrepräsentierte Perspektiven unserer Gesellschaft zu berücksichtigen, sucht das MAKK gezielt die Zusammenarbeit und Kooperation mit Organisationen, die bislang nicht berücksichtigte Menschen oder Gruppen vertreten. Hierzu gehört die KuBiK-geförderte Kooperation mit dem Bürgerzentrum Ehrenfeld „BüzE“, bei der Nichtbesuchergruppen, wie Menschen mit internationaler Familiengeschichte, ökonomisch Benachteiligte oder FLINTA*-Personen kostenfreie Upcycling-Workshops besuchten.
Des Weiteren bieten wir für Newcomer und internationale Communities in Köln und Umgebung öffentliche Führungen auf Ukrainisch sowie Tandem-Führungen in Deutsch und Türkisch an. Hinzu kommen Workshops zum Deutschlernen mit Kunst und Design, Führungen in Leichter Sprache und für Menschen mit dementieller Veränderung. Mit Förderung des Deutschen Museumsbundes haben wir zudem 2025 erstmals das Projekt „Deine Sicht – deine Kunst: MAKKreativ“ mit delinquenten, ökonomisch und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen im Rahmen von „Kultur macht stark“ realisiert.
Das MAKK als Kunstmuseum Plus (+)
Als Kunstmuseum mit den lebensnahen Schwerpunkten auf Angewandter Kunst und Design und der damit verbundenen breiten inhaltlichen Ausrichtung verstehen wir als Alleinstellung und Möglichkeit, ein vielfältiges Publikum zu erreichen. Das MAKK funktioniert hierbei als Schnittstelle zur freien Szene und zur Hochschullandschaft, um Synergien zur Entwicklung aktueller und gesellschaftlich relevanter Projekte und Prozesse zu nutzen. So realisiert das MAKK beispielsweise mehr als die Hälfte der Sonderausstellungen zusammen mit regionalen, nationalen oder internationalen Initiativen der freien Szene, Kultureinrichtungen und Hochschulen.
Zusätzlich stärken wir unseren Wirkungskreis durch unser Engagement in den Bereichen Architektur, Urbanität und Fotografie als wichtige Bestandteile unserer strategischen inhaltlichen Ausrichtung. So verstehen wir unser 1957 eröffnetes und national bedeutendes Museumsgebäude von Rudolf Schwarz (1897-1961) als unser größtes Exponat und fühlen uns deshalb auch dem Thema Architektur stark verpflichtet. In diesem Zusammenhang präsentieren wir nicht nur Ausstellungen, sondern haben aktuell das Pilotprojekt „Diagonale der Moderne“ initiiert, in dem wir unter Einbindung anderer Kultureinrichtungen eine Stadtführung zu modernen Kulturbautender Nachkriegszeit anbieten.
Regelmäßig lenken wir Aufmerksamkeit auf unseren Museumsbau und die angrenzende, älteste Grünanlage der Innenstadt durch temporäre Kunst- und Lichtinstallationen oder Führungen. Zur Ausstellung „Between the Trees“, die mit zeitgenössischen Positionen in Design und Kunst die Bedeutung des Stadtbaums beleuchtete, fanden einer Reihe von partizipativen Aktionen statt: Bei der Installation „Wertewandel“ wurden der historische Baumbestand am MAKK mit Preisschildern versehen, die über den wirtschaftlichen Wert der Bäume informierten und damit einen anderen Blick auf das urbane Grün in der Stadt ermöglichten. Mit Unterstützung der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Köln e.V.“ wurden am MAKK Apfelbäume gepflanzt und Obstbaumsetzlinge an die Museumsbesucher*innen verschenkt.
Seit 2010 nutzen wir in Zusammenarbeit mit der Kölner Kinogesellschaft unseren traumhaften Innenhof als Open Air-Kino und unseren Veranstaltungssaal als CineMAKK mit begleitenden Filmen zu unseren Ausstellungen.
Freier Eintritt
Das MAKK verzeichnet unter den städtischen Museen mit die höchste Quote freier Eintritte in Sonderausstellungen. Dieser kostenfreie Eintritt über die üblichen vergünstigten Personengruppen hinaus ist möglich durch das Engagement von Projektpartnern und Förderern, die das Ziel verfolgen, durch kostenlose Eintritte einen niederschwelligen Zugang zum MAKK zu gewährleisten. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der seit 2008 jährlich stattfindende Kölner Design Preis, der Dank der privaten Initiative der Prof. Dr Richard G. Winkler-Stiftung zu den höchst dotierten Nachwuchspreisen in Europa zählt. Der Kölner Design Preis und die jeweils begleitende Ausstellung aller nominierten Arbeiten fördert entsprechend dem Stifterwillen von Prof. Dr. Winkler ausdrücklich den Designnachwuchs der Kölner Hochschulen und den kostenlosen Zugang vor allem für junge, designinteressierte Menschen. Die jährliche Preisverleihung wird unter der Leitung der Köln International School of Design (KISD) zusammen mit allen beteiligten Kölner Hochschulen organisiert und betreut. Prof. Dr. Winkler fördert in diesem Zusammenhang außerdem kostenlose Führungen für Studierende.
Dritte Orte
Mit dem Kreativlabor hat das MAKK einen zentralen Ort der Vermittlung und Partizipation geschaffen. Dort wird ein Repair-Café für Nachhaltigkeit als offener, kostenloser Kreativraum betrieben, in dem Menschen ab 16 Jahren unter Anleitung von Design-Studierenden defekte Möbel, Kleidung und Objekte reparieren oder neugestalten können. Hierbei handelt es sich um das erste Repair-Café in einem deutschen Kunstmuseum. Es wird gefördert durch das Projekt „RheinStart“ der Rheinenergie.
Der Zugang zum Innenhof, Garderobenbereich und unserem Foyer ist kostenfrei. Gleichzeitig gibt es dort freies W-LAN. Zusätzlich stellen wir in unserer Museumsgarderobe und dem Foyer Sitzmöglichkeiten mit Wireless-Ladestationen für Smartphones zur Verfügung. Wir sind eingetragener „Kühler Ort“ und eingetragene öffentliche Wasser-„Refill-Station“, wodurch wir gerade vulnerablen Gruppen, wie kranken, alten Menschen oder Schwangeren die Möglichkeit bieten, kostenfrei und inmitten der Stadt, auszuruhen, abzukühlen und „aufzutanken“.
Vermittlungsangebote zum Abbau von Barrieren
Angebote für Menschen mit Sehbehinderung
- In der Ausstellung „Faszination Schmuck“ finden Sie zusätzlich QR-Codes mit allen Objektinformationen mit Vorlesefunktion und der variablen Schrift- und Bildgrößenregelung.
- In der Sammlungspräsentation „Kunst + Design im Dialog“ bieten wir verschiedene Führungen mit speziell gefertigten Hands-on und Tastmodellen an.
- Wir bieten Telefonführungen „Bei Anruf Kultur“ für Menschen mit Sehbehinderung an.
Angebote für Menschen mit Mobilitätseinschränkung
- Auf makk.de finden Sie neben der Online-Collection einen 360°-Rundgang durch die Sammlungspräsentation „Kunst + Design im Dialog“
- Wir bieten Telefonführungen „Bei Anruf Kultur“ und Online-Vorträge für Menschen mit Mobilitätseinschränkung an.
- Es werden im MAKK Leihrollstühle bereitgehalten.
Angebote in Leichter Sprache
- Den kostenfreie Audioguide bzw. die App zur Sammlungspräsentation „Kunst und Design im Dialog existiert in Leichter Sprache
- Die Website ist mit einem Willkommenstext in Leichter Sprache ausgestattet
Angebote für Menschen mit Hörbehinderung
- Das MAKK ist das erste städtische Museum Kölns, das seit 2024 regelmäßige Führungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS) anbietet. Die Guides, selbst gehörlos, wurden für diese peer-to-peer-Führungen durch eine Förderung der Kämpgen Stiftung vor Ort geschult und erhalten auch kontinuierlich Fortbildungen in DGS, wodurch einmal im Monat alternierend nicht nur in den zwei ständigen Ausstellungen, sondern auch in den Sonderausstellungen Führungen in Gebärdensprache angeboten werden.
- Unsere Besucher*innen mit Hörbehinderung werden an den DGS-Führungstagen mittels eines Videos in DGS begrüßt und es werden für die Barrierefreiheit die Sammlungsbereiche und Servicebereiche des MAKK vorgestellt
Unsere Projekte zur Förderung von kultureller Teilhabe wurden unterstützt von/durch:
Bundesförderprogramm NEUSTART KULTUR
Deutscher Museumsbund
Kämpgen Stiftung
KuBiK
Overstolzengesellschaft – Förderer des Museums für Angewandte Kunst Köln e.V.
RheinStart eine Initiative der RheinEnergie
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Köln e.V
Stadt Köln - Mittel des Kulturentwicklungsplans der Stadt Köln
Prof. Dr. Richard G. Winkler-Stiftung