EN | DE

Venezianisch oder „à la façon de Venise“?

Ein neuer Anlauf zur Lösung einer klassischen Fragestellung bei der Zuschreibung frühneuzeitlicher Gläser

Der Vortrag von Dipl.-Rest. Karl Tobias Friedrich, Leiter der wissenschaftliche Restaurierung und Konservierung des MAKK, in Zusammenarbeit mit Boaz Paz, Sonja Behrendt und Alexandra Finkenauer wurde am 17. März 2021 im Rahmen der Jahrestagung des Arbeitskreises Archäometrie und Denkmalpflege der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft DMG gehalten. Eine Aufzeichnung war aus rechtlichen Gründen nicht möglich, rechts finden Sie das Vortragstranskript zum Download.

Das MAKK besitzt eine reiche Sammlung renaissancezeitlicher bis manieristischer Gläser des späten 15. bis 17. Jahrhunderts. Viele dieser Gläser entsprechen stilistisch venezianischen Gefäßtypen.  Allerdings können diese allein aufgrund typologischer oder technologischer Merkmale nicht eindeutig einer Herstellungsregion zugeschrieben werden, da es bereits seit dem 16. Jahrhundert. in ganz Europa vereinzelte Zentren sogenannter „Façon de Venise“-Produktion, unter anderem in Antwerpen, London oder Ljubljana, mit maßgeblichem technologischem Einfluss emigrierter venezianischer Glasmacher gab.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, mithilfe zerstörungsfreier portabler Röntgenfluoreszenzanalytik (pRFA) reproduzierbare, hinreichend quantitative Messergebnisse für charakteristische Haupt-, Neben und Spurenelemente der verwendeten Glasmassen zu erzielen, um mithilfe statistischer Methoden eine regionale Eingrenzung der Herstellungsorte vornehmen zu können.