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© Manfred Linke/laif
© Kai Löffelbein/laif
© Michael Lange/laif
© Ingmar Björn Nolting/laif
© Andreas Herzau/laif

40 Jahre laif

40 Positionen dokumentarischer Fotografie

12. März bis 25. September 2022

Zum 40-jährigen Bestehen der Fotoagentur laif zeigt die Ausstellung 40 Positionen dokumentarischer Fotografie. Die ausgewählten, international tätigen Fotograf*innen beschreiben in ihren Arbeiten die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbindet. Darüber hinaus reflektieren die Arbeiten die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute und lassen 40 Jahre Zeitgeschichte lebendig werden.

Thematisierten die Fotograf*innen der ersten Stunde die Proteste gegen Kernkraft, Aufrüstung und Flughafenerweiterungen noch klassisch, schwarz-weiß und sehr dicht am Geschehen, gerät in den 1990er Jahren, analog zu den technischen Reproduktionsmöglichkeiten der Presse, die Farbfotografie in den Vordergrund.

Die Ausstellung, chronologisch aufbereitet, wird eingeleitet von den Arbeiten zweier Mitbegründer der Agentur Manfred Linke und Günter Beer, gefolgt von künstlerisch-dokumentarischen Bild-Textarbeiten zu Menschen an der Berliner Mauer von Bettina Flitner aus dem Jahr 1990. Katharina Bosse portraitiert in ihrer Arbeit „Surface Tension“ oft Frauen weltweit (1997), während Michael Lange 1999 eine experimentelle Arbeit, fotografiert auf schwarz-weißem Polaroid Diafilm, über Los Angeles präsentiert, die als Hommage an den „Film Noir“ gelesen werden kann. Henrik Spohler dokumentiert in der ihm eigenen Art kühl, distanziert, mit hoher bildnerischer Qualität, wie heute die Agrarindustrie Lebensmittel weltweit anbaut (The Third Day, 2012). Sandra Hoyn besucht ein Bordell in Bangladesch und nimmt Anteil am Schicksal der Frauen und Mädchen dort (2015). Am Ende schließt sich der Kreis und die Fotograf*innen richten ihren Blick wieder auf Deutschland: Hannes Jung liefert eine demagogisch wirkende Reportage über die Neue Rechte (2017), während Andreas Herzau seine Langzeitarbeit über Kanzlerin Merkel in subjektiv kombinierten Bildausschnitten 2018 erstmals komplett als Buch vorlegt. David Klammer wird 2019 zu einem ständigen Chronisten des Widerstands gegen die Abholzung des Hambacher Waldes, 2020 schließlich fährt der junge Ingmar Björn Nolting kreuz und quer durch Deutschland und schafft ein einmaliges, zu Recht mehrfach preisgekröntes Zeugnis der Coronakrise.

Kurator der Ausstellung ist der international tätige Fotokünstler Peter Bialobrzeski. Mit Unterstützung von Manfred Linke, Mitbegründer der Agentur laif, und der Designerin Sarah Fricke gelingt eine ungewöhnliche Präsentation im MAKK.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Zeitungsformat. Auf insgesamt etwas mehr als 340 Seiten lebt diese Ausstellung auch nach ihrem Ende im Museum für Angewandte Kunst Köln weiter und wird auf internationalen Fotofestivals präsentiert werden.

Zu sehen sind Fotoserien von:
Christian Als, Christoph Bangert, Theo Barth, Günter Beer, Regina Bermes, Jürgen Bindrim, Peter Bialobrzeski, Jan-Peter Böning, Katharina Bosse, James Whitlow Delano, Barbara Dombrowski, Stephan Elleringmann, Norbert Enker, Maria Feck, Bettina Flitner, Peter Granser, Jan Grarup, Andreas Herzau, James Hill, Sandra Hoyn, Britta Jaschinski, Hannes Jung, David Klammer, Vincent Kohlbecher, Axel Krause, Dirk Krüll, Michael Lange, Paul Langrock, Frederic Lezmi, Manfred Linke, Kai Löffelbein, André Lützen, Ingmar Björn Nolting, Helena Schätzle, Henrik Spohler, Berthold Steinhilber, Andreas Teichmann, Wolfgang Volz, Gordon Welters und Michael Wolf.

Die Fotoagentur laif wurde 1981 von einer Handvoll Fotografen in der Kölner Südstadt gegründet mit dem Ziel, sich gegenseitig beim Vertrieb der Bilder zu unterstützen, gemeinsame Fotoprojekte zu realisieren und Synergien zu nutzen. Nach 40 Jahren vertritt laif heute weltweit knapp 400 Fotograf*innen und rund 40 internationale Partneragenturen, darunter die Verlagssyndication der New York Times.

Mit dem Vertrieb von Bildlizenzen hochwertiger Fotografien und der Vermittlung von Editorial und Corporate Shootings, besonders im internationalen Kontext, gehört laif zu den führenden Bildagenturen Deutschlands.

Der überwiegend fotojournalistische Bilderpool umfasst neben hochwertigen Porträtserien bekannter Persönlichkeiten zahlreiche herausragende Reportagen preisgekrönter Fotograf*innen, darunter World Press Photo- und Pulitzer-Preisträger*innen.